Backups gehören zu den Dingen, über die man sich möglichst wenig Gedanken machen möchte. Solange Website, E-Mails und Unternehmensdaten verfügbar sind, scheint die Datensicherung eine technische Angelegenheit im Hintergrund zu sein.
Das ändert sich schlagartig, wenn ein Update fehlschlägt, eine Website beschädigt wird, Daten versehentlich gelöscht werden oder ein Sicherheitsvorfall auftritt. Dann zählt nur noch eine Frage: Gibt es ein brauchbares Backup, das sich tatsächlich wiederherstellen lässt?
Dieser Ratgeber zeigt, worauf KMU bei einer Backup-Strategie achten sollten, welche Fehler häufig gemacht werden und warum eine Datensicherung mehr sein muss als irgendeine Kopie auf demselben Server.
Warum braucht ein KMU überhaupt eine Backup-Strategie?
Datenverlust entsteht nicht nur durch spektakuläre Cyberangriffe. In der Praxis reichen wesentlich alltäglichere Ereignisse aus.
Typische Ursachen sind beispielsweise:
- versehentlich gelöschte Dateien oder E-Mails
- fehlgeschlagene Updates
- fehlerhafte Plugins oder Themes
- beschädigte Datenbanken
- Fehlkonfigurationen
- Schadsoftware oder kompromittierte Websites
- technische Defekte
- menschliche Fehler
Eine gute Backup-Strategie soll deshalb nicht einen bestimmten Fehler verhindern. Sie soll dafür sorgen, dass wichtige Daten nach unterschiedlichen Zwischenfällen möglichst zuverlässig wiederhergestellt werden können.
Ein Backup ist erst dann wertvoll, wenn es wiederhergestellt werden kann
Die Aussage „Wir haben Backups“ reicht nicht aus. Entscheidend ist, was genau gesichert wird, wie häufig die Sicherung erfolgt, wie lange verschiedene Versionen aufbewahrt werden und ob eine Wiederherstellung tatsächlich möglich ist.
Eine beschädigte, unvollständige oder nicht zugängliche Sicherung hilft im Ernstfall wenig.
Deshalb gehört zur Backup-Strategie immer auch die Frage: Wie kommen wir im Notfall wieder an unsere Daten?
Die 3-2-1-Regel: Ein bewährtes Backup-Grundprinzip
Eine bekannte Orientierung für Datensicherungen ist die sogenannte 3-2-1-Backup-Regel.
Das Grundprinzip lautet:
- 3 Kopien der wichtigen Daten
- auf 2 unterschiedlichen Speichermedien oder Systemen
- davon mindestens 1 Kopie getrennt vom primären System
Das Prinzip soll verhindern, dass ein einzelner Defekt, eine Fehlkonfiguration oder ein Sicherheitsvorfall gleichzeitig Original und sämtliche Sicherungen betrifft.
Für eine Unternehmenswebsite bedeutet das beispielsweise: Eine Sicherung ausschliesslich auf demselben Hosting-System ist besser als gar kein Backup, aber keine ideale alleinige Backup-Strategie.
Wie häufig sollten Backups erstellt werden?
Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Die richtige Häufigkeit hängt davon ab, wie oft sich die Daten verändern und wie viel Datenverlust akzeptabel wäre.
Eine kleine Unternehmenswebsite, deren Inhalte nur gelegentlich geändert werden, hat andere Anforderungen als ein WooCommerce-Shop, in dem laufend Bestellungen eingehen.
Die entscheidende Frage lautet:
Wie viele Stunden oder Tage an Änderungen könnten wir im Ernstfall verkraften?
Je kleiner dieser Zeitraum sein soll, desto häufiger müssen entsprechende Sicherungen erstellt werden.
Warum mehrere Backup-Versionen wichtig sind
Ein einziges aktuelles Backup kann problematisch sein. Nicht jeder Fehler wird sofort bemerkt.
Wurde eine Website beispielsweise bereits vor mehreren Tagen kompromittiert und die Sicherung danach automatisch überschrieben, kann auch das neueste Backup den unerwünschten Zustand enthalten.
Deshalb ist Versionierung wichtig. Mehrere Sicherungsstände ermöglichen es, gezielt auf einen früheren Zeitpunkt zurückzugehen.
Wie viele Versionen sinnvoll sind, hängt wiederum vom jeweiligen System und vom Schutzbedarf ab.
Website-Backup: Dateien allein reichen nicht
Bei dynamischen Websites wie WordPress besteht die Website nicht nur aus Dateien. Ein wesentlicher Teil der Inhalte und Einstellungen befindet sich in einer Datenbank.
Zu einer vollständigen Sicherung können deshalb unter anderem gehören:
- WordPress-Core und Konfigurationsdateien
- Themes und Plugins
- hochgeladene Bilder und Dokumente
- Datenbank
- individuelle Konfigurationen
Wer lediglich die Dateien kopiert, hat deshalb nicht zwangsläufig eine vollständig wiederherstellbare WordPress-Website.
Mehr zu typischen WordPress-Problemen und der Rolle des Hostings erfahren Sie in unserem Ratgeber Typische WordPress-Probleme: Wie gutes Hosting sie verhindert .
Hosting-Backup und zusätzliches Backup: Wo liegt der Unterschied?
Viele Hosting-Angebote beinhalten bereits automatische Sicherungen. Das ist sinnvoll und kann im Alltag eine wichtige erste Schutzebene darstellen.
Je wichtiger eine Website oder Anwendung für das Unternehmen ist, desto eher sollte jedoch geprüft werden, ob eine zusätzliche, unabhängige Sicherung sinnvoll ist.
Eine ergänzende Backup-Lösung kann beispielsweise zusätzliche Versionen, eine getrennte Speicherung oder weitere Wiederherstellungsmöglichkeiten bieten.
Bei CURIAWEB gehören tägliche Backups zur Hosting-Infrastruktur. Für zusätzliche Anforderungen steht mit CodeGuard eine ergänzende Backup- und Wiederherstellungslösung zur Verfügung.
Weitere Informationen finden Sie unter Website-Backup mit CodeGuard .
Backups müssen getestet werden
Einer der häufigsten Fehler besteht darin, jahrelang Sicherungen zu erstellen, ohne jemals zu prüfen, ob daraus tatsächlich Daten wiederhergestellt werden können.
Ein Backup-Test muss nicht bedeuten, regelmässig die produktive Website zurückzusetzen. Es sollte jedoch nachvollziehbar sein, ob die Sicherungen vollständig sind und wie eine Wiederherstellung im Ernstfall funktioniert.
Denn unter Zeitdruck zum ersten Mal herauszufinden, wie das eigene Backup-System funktioniert, ist keine gute Strategie.
Backup und Ransomware
Backups spielen auch bei Schadsoftware und Ransomware eine wichtige Rolle. Sie verhindern einen Angriff zwar nicht, können aber wesentlich dazu beitragen, Daten nach einem Sicherheitsvorfall wiederherzustellen.
Dabei ist die Trennung der Sicherungen vom produktiven System besonders wichtig. Kann ein Angreifer gleichzeitig auf Originaldaten und sämtliche Backups zugreifen, können auch die Sicherungen betroffen sein.
Backups sind deshalb Teil einer Sicherheitsstrategie, aber kein Ersatz für Updates, sichere Passwörter, Mehrfaktor-Authentifizierung und weitere Schutzmassnahmen.
RPO und RTO: Zwei Begriffe, die auch KMU verstehen sollten
Für eine einfache Backup-Strategie muss niemand IT-Spezialist sein. Zwei Begriffe helfen jedoch dabei, die eigenen Anforderungen realistisch zu definieren.
RPO – Recovery Point Objective
Das RPO beschreibt vereinfacht, wie viel Datenverlust maximal akzeptabel ist.
Wird beispielsweise einmal täglich gesichert, können im ungünstigsten Fall Änderungen seit der letzten Sicherung fehlen. Für eine einfache Firmenwebsite kann das vertretbar sein. Für einen stark frequentierten Online-Shop möglicherweise nicht.
RTO – Recovery Time Objective
Das RTO beschreibt, wie lange die Wiederherstellung dauern darf.
Eine Website, die problemlos einen Tag offline sein kann, hat andere Anforderungen als ein Shop, über den ein wesentlicher Teil des Unternehmensumsatzes erzielt wird.
KMU müssen daraus keine komplizierte Wissenschaft machen. Die beiden Fragen sind jedoch wichtig: Wie viele Daten dürfen wir verlieren und wie lange dürfen wir ausfallen?
Typische Backup-Fehler in KMU
- Es ist nicht klar, was überhaupt gesichert wird
- Backups liegen ausschliesslich auf demselben System
- Es existiert nur eine einzige Sicherungsversion
- Backups werden nie auf Wiederherstellbarkeit geprüft
- niemand ist für die Datensicherung verantwortlich
- die Sicherungshäufigkeit passt nicht zur Bedeutung der Daten
- Hosting-Backups werden mit einer vollständigen Unternehmens-Backup-Strategie verwechselt
Gerade der letzte Punkt ist wichtig: Ein Hosting-Backup schützt die beim Hoster gespeicherten Daten. Es ersetzt nicht automatisch die Sicherung von lokalen Dateien, Cloud-Diensten, Arbeitsplatzrechnern oder anderen Unternehmenssystemen.
Eine einfache Backup-Checkliste für KMU
Unternehmen sollten zumindest folgende Fragen beantworten können:
- Welche Daten sind geschäftskritisch?
- Wo befinden sich diese Daten?
- Wie häufig werden sie gesichert?
- Wie lange werden ältere Sicherungen aufbewahrt?
- Gibt es eine getrennte Sicherung?
- Wer ist für die Backups verantwortlich?
- Wie funktioniert eine Wiederherstellung?
- Wann wurde die Wiederherstellung zuletzt geprüft?
Wenn diese Fragen klar beantwortet werden können, ist bereits wesentlich mehr erreicht als mit einem blossen „Unser Anbieter macht irgendwo Backups“.
Backups und Hosting zusammendenken
Bei Websites hängen Backup, Hosting und Wiederherstellung eng zusammen. Eine gute Hosting-Umgebung sollte deshalb nicht erst beim Speicherplatz aufhören.
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Fazit: Ein Backup ohne Strategie ist nur die halbe Lösung
Backups sind kein optionales Extra, sondern ein grundlegender Bestandteil der digitalen Betriebssicherheit. Entscheidend ist jedoch nicht allein, dass irgendwo eine Sicherung existiert.
Eine sinnvolle Backup-Strategie definiert, was gesichert wird, wie häufig gesichert wird, wie lange Versionen aufbewahrt werden und wie die Daten im Ernstfall wiederhergestellt werden können.
Für KMU muss das nicht kompliziert sein. Es muss vor allem zuverlässig funktionieren, wenn es tatsächlich darauf ankommt.

