Ein Domain-Transfer – also der Wechsel eines Domain-Anbieters – wirkt auf den ersten Blick technisch und riskant. Viele Unternehmen befürchten Ausfälle von Website oder E-Mail und verschieben den Wechsel deshalb unnötig lange.
Die Realität ist: Ein sauber vorbereiteter Domain-Transfer ist in den meisten Fällen problemlos und ohne Unterbruch möglich. Voraussetzung ist, dass einige grundlegende Punkte beachtet werden.
Dieser Artikel erklärt verständlich, wie ein Domain-Transfer funktioniert, wann Vorsicht geboten ist, und wie Sie typische Fehler vermeiden – speziell aus Sicht von KMU und nicht-technischen Entscheiderinnen und Entscheidern.
1. Was ist ein Domain-Transfer überhaupt?
Ein Domain-Transfer bezeichnet den Wechsel des sogenannten Registrars. Der Registrar ist der Anbieter, über den Ihre Domain verwaltet wird – nicht zu verwechseln mit Hosting oder Website.
Wichtig zu verstehen:
- Die Domain bleibt bestehen
- Der Name ändert sich nicht
- Website und E-Mail müssen nicht automatisch betroffen sein
Gewechselt wird lediglich die administrative Verwaltung der Domain.
2. Gründe für einen Domain-Transfer
Ein Wechsel des Domain-Anbieters ist in vielen Fällen sinnvoll – etwa wenn:
- Support schlecht erreichbar oder unzuverlässig ist
- Preise intransparent oder stark gestiegen sind
- Domain, Hosting und E-Mail auf mehrere Anbieter verteilt sind
- Verwaltung und Zuständigkeiten unklar geworden sind
3. Die wichtigste Erkenntnis vorab
Ein Domain-Transfer verursacht nur dann Ausfälle, wenn DNS oder E-Mail falsch behandelt werden.
Probleme entstehen fast immer durch:
- nicht übernommene DNS-Einträge
- falsch gesetzte MX-Records
- unkoordinierte Änderungen während des Transfers
4. Voraussetzungen für einen reibungslosen Domain-Transfer
- Zugriff auf das bisherige Domain-Konto
- Domain ist nicht gesperrt (Transfer Lock)
- Gültiger Auth-Code vorhanden
- Domain nicht kurz vor Ablauf
5. DNS – der entscheidende Punkt
Das DNS (Domain Name System) legt fest, wohin Ihre Domain zeigt: zur Website, zum E-Mail-System oder zu weiteren Diensten.
- A- / AAAA-Records (Website)
- MX-Records (E-Mail)
- TXT-Records (SPF, DKIM, DMARC)
Werden diese Einträge korrekt übernommen, bleibt der Betrieb stabil.
6. Schritt-für-Schritt-Checkliste
1. DNS-Einstellungen sichern
Alle bestehenden DNS-Einträge dokumentieren oder exportieren.
2. Domain entsperren & Auth-Code anfordern
Transfer-Freigabe beim bisherigen Anbieter.
3. Transfer beim neuen Anbieter starten
Domain und Auth-Code eingeben und bestätigen.
4. DNS prüfen
Website und E-Mail-Einträge kontrollieren.
5. Funktionstest
- Website aufrufen
- E-Mails senden und empfangen
7. Typische Fehler
- MX-Records vergessen
- DNS nicht vollständig übernommen
- Mehrere Personen ändern parallel Einstellungen
- Transfer kurz vor Domain-Ablauf
8. Domain-Transfer und E-Mail
E-Mail reagiert besonders sensibel auf DNS-Änderungen. SPF, DKIM und DMARC sollten deshalb geprüft werden.
Mehr dazu: E-Mail & Sicherheit
9. Domain, Hosting und Transfer zusammendenken
Ein Domain-Transfer ist oft Teil eines grösseren Wechsels. Eine koordinierte Verwaltung vereinfacht Support und Betrieb erheblich.
Weitere Informationen:
Fazit
Ein Domain-Transfer muss kein Risiko sein. Mit Vorbereitung und sauberer DNS-Übernahme ist ein Wechsel in der Regel ohne Ausfall möglich.