Drupal erweitern: So installieren und verwalten Sie Module

Funktionalität nach Mass: Warum Module für Drupal so wichtig sind

Drupal ist von Haus aus ein sehr leistungsfähiges Content-Management-System. Die eigentliche Stärke entsteht jedoch durch Module. Mit Drupal-Modulen erweitern Sie Ihre Website um zusätzliche Funktionen wie SEO-Optimierung, Kontaktformulare, Weiterleitungen, Medienverwaltung, Sicherheitsfunktionen, Mehrsprachigkeit, Schnittstellen, Shop-Funktionen oder redaktionelle Workflows.

Ein Modul ist zusätzlicher Programmcode, der Drupal-Funktionen ergänzt, verändert oder neue Funktionen bereitstellt. Dabei unterscheidet man in der Praxis zwischen Core-Modulen, die bereits mit Drupal ausgeliefert werden, Contrib-Modulen aus der Drupal-Community und Custom-Modulen, die individuell für ein Projekt entwickelt werden. Für die meisten Websites reichen Core- und Contrib-Module aus, wenn sie sorgfältig ausgewählt, aktuell gehalten und korrekt konfiguriert werden.

Wichtig für moderne Drupal-Websites: Für Drupal 10 und Drupal 11 ist Composer der empfohlene Weg, um Module professionell zu installieren und Abhängigkeiten sauber zu verwalten. Die Installation direkt über das Backend kann bei einfachen Modulen funktionieren, ist aber nicht für jedes Modul ideal, da Abhängigkeiten oft nicht automatisch vollständig gelöst werden.

Vor der Installation: Das richtige Drupal-Modul auswählen

Nicht jedes Modul, das auf den ersten Blick nützlich aussieht, ist automatisch eine gute Wahl. Ein schlecht gepflegtes oder unsicheres Modul kann die Stabilität, Sicherheit und Performance Ihrer Drupal-Website beeinträchtigen. Prüfen Sie deshalb vor jeder Installation folgende Punkte:

  • Kompatibilität: Unterstützt das Modul Ihre Drupal-Version, zum Beispiel Drupal 10 oder Drupal 11?
  • Wartungsstatus: Wird das Modul aktiv gepflegt oder ist es seit längerer Zeit veraltet?
  • Security Coverage: Steht das Modul unter der Sicherheitsabdeckung des Drupal Security Teams?
  • Nutzung und Community: Gibt es viele aktive Installationen, Dokumentation und aktuelle Issues?
  • Abhängigkeiten: Benötigt das Modul weitere Module oder PHP-Bibliotheken?
  • Funktionsumfang: Löst das Modul ein konkretes Problem oder erzeugt es unnötige Komplexität?

Für SEO- und GEO-optimierte Websites sind häufig Module wie Metatag, Pathauto, Redirect, XML Sitemap oder Module für strukturierte Daten relevant. Installieren Sie aber nur Erweiterungen, die Sie wirklich benötigen. Weniger Module bedeuten in der Regel weniger Wartungsaufwand, weniger Angriffsfläche und eine bessere Übersicht.

Methode 1: Drupal-Module mit Composer installieren

Composer ist der Paketmanager für PHP und wird bei modernen Drupal-Installationen standardmässig eingesetzt. Der Vorteil: Composer lädt nicht nur das gewünschte Modul herunter, sondern berücksichtigt auch benötigte Abhängigkeiten. Dadurch ist diese Methode besonders für professionelle Websites, Agenturprojekte und produktive CURIAWEB-Hosting-Umgebungen empfehlenswert.

Schritt-für-Schritt mit Composer

  1. Verbinden Sie sich per SSH mit Ihrem Hosting-Konto oder Server.
  2. Wechseln Sie in das Hauptverzeichnis Ihrer Drupal-Installation. Je nach Installation liegt Drupal zum Beispiel in public_html, web oder docroot.
  3. Suchen Sie auf drupal.org das gewünschte Modul und kopieren Sie den Composer-Befehl.
  4. Führen Sie den Befehl aus, zum Beispiel:
composer require drupal/pathauto

Danach befindet sich das Modul im Projekt, ist aber noch nicht zwingend aktiviert. Composer fügt die Erweiterung in der Regel zur Datei composer.json hinzu und lädt den Code in das passende Modulverzeichnis.

Modul nach der Installation aktivieren

Nach dem Herunterladen müssen Sie das Modul aktivieren. Das geht entweder über das Drupal-Backend oder per Drush.

drush en pathauto -y

Alternativ melden Sie sich als Administrator an und gehen zu Erweitern. Suchen Sie das Modul in der Liste, aktivieren Sie die Checkbox und klicken Sie unten auf Installieren. Wenn Drupal zusätzliche Abhängigkeiten erkennt, werden diese angezeigt und können bestätigt werden.

Methode 2: Installation über das Drupal-Backend

Bei manchen Installationen können Module auch direkt über die administrative Oberfläche hochgeladen oder per URL installiert werden. Diese Methode ist vor allem für einfache Module geeignet. Für komplexere Module mit Bibliotheken oder mehreren Abhängigkeiten ist Composer meist zuverlässiger.

  1. Laden Sie das Modul von drupal.org als .tar.gz- oder .zip-Archiv herunter oder kopieren Sie die Download-URL.
  2. Melden Sie sich im Drupal-Backend mit einem Administratorkonto an.
  3. Öffnen Sie Erweitern.
  4. Wählen Sie, falls verfügbar, Neues Modul installieren oder Neue Erweiterung hinzufügen.
  5. Fügen Sie die URL ein oder laden Sie das Archiv hoch.
  6. Installieren Sie das Modul und aktivieren Sie es anschliessend unter Erweitern.
Hinweis: Wenn die Option zur Backend-Installation nicht angezeigt wird, ist sie in Ihrer Drupal-Installation möglicherweise nicht aktiviert oder nicht vorgesehen. Nutzen Sie in diesem Fall Composer oder kontaktieren Sie den CURIAWEB-Support, wenn Sie Hilfe bei SSH, PHP-Versionen oder Dateipfaden benötigen.

Module konfigurieren und Berechtigungen prüfen

Nach der Aktivierung ist ein Modul noch nicht automatisch fertig eingerichtet. Viele Module bringen eigene Konfigurationsseiten mit. Diese finden Sie je nach Modul unter Konfiguration, Struktur, Inhalt, Berichte oder direkt in der Modulbeschreibung unter Erweitern.

Ein besonders wichtiger Schritt ist die Kontrolle der Benutzerrechte. Einige Module fügen neue Berechtigungen hinzu. Gehen Sie deshalb nach der Installation zu Benutzer > Berechtigungen und prüfen Sie, welche Rollen Zugriff erhalten sollen. Vergeben Sie Berechtigungen immer nach dem Minimalprinzip: Redakteure, Shop-Manager oder externe Dienstleister sollten nur das nutzen dürfen, was sie wirklich benötigen.

Module aktualisieren

Aktuelle Module sind ein zentraler Sicherheitsfaktor. Veraltete Erweiterungen können Sicherheitslücken, Kompatibilitätsprobleme oder Fehler verursachen. Prüfen Sie Updates regelmässig unter Berichte > Verfügbare Aktualisierungen.

Bei Composer-basierten Installationen aktualisieren Sie ein einzelnes Modul beispielsweise mit:

composer update drupal/pathauto --with-dependencies

Nach einem Update sollten Sie immer prüfen, ob Datenbankaktualisierungen notwendig sind. Dies kann über das Backend oder per Drush erfolgen:

drush updb -y
drush cr

drush cr leert den Drupal-Cache. Das ist nach Modulinstallationen, Updates und Konfigurationsänderungen oft notwendig, damit Drupal die neuen Informationen korrekt lädt.

Module deinstallieren und sauber entfernen

Ein Modul sollte nicht einfach aus dem Dateisystem gelöscht werden. Drupal speichert Konfigurationen und Datenbankinformationen zu aktiven Modulen. Entfernen Sie ein Modul deshalb sauber in mehreren Schritten:

  1. Prüfen Sie, ob das Modul noch verwendet wird.
  2. Gehen Sie zu Erweitern > Deinstallieren.
  3. Wählen Sie das Modul aus und bestätigen Sie die Deinstallation.
  4. Entfernen Sie das Paket anschliessend mit Composer:
composer remove drupal/pathauto

Beachten Sie, dass beim Deinstallieren je nach Modul Konfigurationen oder Daten entfernt werden können. Erstellen Sie vorher ein Backup, insbesondere bei Modulen für Felder, Formulare, SEO-Metadaten, Weiterleitungen oder Medien.

Empfehlungen für eine stabile Drupal-Website

  • Installieren Sie nur Module, die Sie wirklich benötigen.
  • Nutzen Sie für produktive Projekte bevorzugt Composer.
  • Prüfen Sie Security Coverage und Wartungsstatus vor der Installation.
  • Erstellen Sie vor Updates ein vollständiges Backup von Dateien und Datenbank.
  • Testen Sie grössere Änderungen zuerst in einer Staging-Umgebung.
  • Kontrollieren Sie nach jeder Installation die Berechtigungen.
  • Leeren Sie nach Änderungen den Cache und prüfen Sie den Statusbericht.
  • Entfernen Sie nicht benötigte Module sauber über die Deinstallation.

Speicherplatz, Performance und Hosting

Komplexe Drupal-Websites können durch zusätzliche Module, Medien, Caches, Composer-Abhängigkeiten und Backups schnell wachsen. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Hosting-Paket genügend Ressourcen bietet. Prüfen Sie regelmässig die Speicherplatz-Nutzung, PHP-Version, Cron-Ausführung, Datenbankgrösse und Cache-Einstellungen.

Auf einem passenden CURIAWEB-Webhosting mit Serverstandort Schweiz profitieren Drupal-Websites von einer sauberen Hosting-Basis, kurzen Ladezeiten für Schweizer Besucher und einer technischen Umgebung, die sich für professionelle CMS-Projekte eignet.

FAQ: Häufige Fragen zu Drupal-Modulen

Kann ich Drupal-Module ohne Composer installieren?

Ja, teilweise. Für einfache Module kann eine manuelle Installation oder Backend-Installation funktionieren. Für moderne Drupal-Projekte ist Composer jedoch die zuverlässigere Methode, weil Abhängigkeiten sauber verwaltet werden.

Warum wird ein installiertes Modul nicht angezeigt?

Mögliche Ursachen sind ein falsches Verzeichnis, ein nicht geleerter Cache, eine inkompatible Drupal-Version oder fehlende Abhängigkeiten. Prüfen Sie den Statusbericht und leeren Sie den Cache.

Wie viele Module sollte eine Drupal-Website haben?

Es gibt keine feste Zahl. Entscheidend ist, ob jedes Modul einen klaren Zweck erfüllt, gepflegt wird und keine unnötige Last erzeugt. Eine schlanke Installation ist meist sicherer und leichter wartbar.

Sind alle Module auf drupal.org sicher?

Nein. Viele Module sind hochwertig, aber Sie sollten immer Wartungsstatus, Versionskompatibilität und Security Coverage prüfen. Installieren Sie keine veralteten oder experimentellen Module auf produktiven Websites ohne Prüfung.

Was mache ich, wenn ein Modul meine Website beschädigt?

Aktivieren Sie den Wartungsmodus, prüfen Sie die Fehlermeldungen, leeren Sie den Cache und stellen Sie bei Bedarf ein Backup wieder her. Bei schwerwiegenden Fehlern kann das Modul per Drush oder direkt über die Datenbank deaktiviert beziehungsweise deinstalliert werden. Gehen Sie dabei vorsichtig vor oder holen Sie technische Unterstützung.

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